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Rassen-Steckbrief

Labrador Retriever im Welpenalter: welches Welpenfutter sinnvoll ist

Der Labrador ist eine der beliebtesten großen Rassen – und bekannt für ausgeprägte Fressfreude, die Übergewicht begünstigt.

Redaktion WhyFollowExperts · aktualisiert 2026-07-12 · Methodik

Labrador Retriever-Welpe, große Rasse

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Tierarzt-Hinweis: Diese Seite ersetzt keine tierärztliche Beratung. Futtermenge und Körperkondition sollten individuell und im Zweifel mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.

Futtermenge & Häufigkeit – Richtwert-Tabelle nach Alter

Richtwerte für Tagesfuttermenge (Trockenfutter). Die Herstellerangabe auf der Packung und die tatsächliche Körperkondition gehen immer vor dieser Tabelle.

AlterGewicht (ca.)TagesmengeMahlzeiten/Tag
8 Wochen4–6 kg210–260 g4
3 Monate9–13 kg310–380 g3–4
6 Monate19–26 kg380–440 g2–3
12 Monate27–34 kg320–380 g2

Der Labrador Retriever zählt zu den beliebtesten Familienhunden – groß, freundlich und bekannt für seine ausgeprägte Fressmotivation. Genau das macht Portionskontrolle beim Labrador-Welpen zu einem der wichtigsten Themen überhaupt: Bei einem Teil der Labradore ist die hohe Futtermotivation sogar genetisch mitbedingt.

In 30 Sekunden: das Wichtigste für den Labrador-Welpen

Wie der Labrador wächst – und was das fürs Futter heißt

Ein Labrador-Welpe wiegt bei der Geburt kaum mehr als eine Tafel Schokolade und bringt als ausgewachsener Hund typischerweise 25 bis 36 Kilogramm auf die Waage. Diese enorme Gewichtszunahme findet nicht in wenigen Wochen statt, sondern zieht sich über die gesamte Welpen- und Junghundezeit. Als große Rasse braucht der Labrador dafür deutlich länger als ein kleiner Hund, der oft schon mit sechs bis acht Monaten weitgehend ausgewachsen ist.

Diese lange Wachstumsphase ist der Grund, warum für den Labrador ausdrücklich ein Large-Breed-Welpenfutter empfohlen wird und kein Universalprodukt für „alle Rassen”. Ein solches Futter ist bewusst maßvoller in Energie- und Calciumdichte aufgestellt, damit das Skelett nicht schneller wächst, als es tragfähig aufgebaut werden kann. Die Fütterungstabelle oben auf dieser Seite bildet diesen Verlauf ab: Die Tagesmenge steigt zunächst mit dem Körpergewicht an, sinkt dann im späteren Wachstum wieder leicht, weil sich das Wachstumstempo mit zunehmendem Alter verlangsamt.

Diese Logik gilt nicht nur für den Labrador, sondern für große Rassen insgesamt – ein ausführlicher Hintergrund dazu, warum Wachstumstempo und Calcium bei großen Welpen so eng zusammenhängen, steht auf der Seite Große Welpen: Wachstum & Calcium. Wer zusätzlich einen breiteren Marktüberblick über geeignete Large-Breed-Welpenfutter sucht, findet ihn im Vergleich für große Rassen.

Praktisch heißt das auch: Ein regelmäßiges Wiegen deines Labrador-Welpen lohnt sich mehr als bei kleineren Rassen, weil sich Abweichungen vom erwarteten Wachstumstempo bei einem so großen Endgewicht schneller aufsummieren. Wiege deinen Welpen – etwa wöchentlich – und gleiche das Ergebnis mit der Fütterungstabelle oben ab. Weicht das Gewicht deutlich nach oben oder unten ab, ist das ein guter Anlass, die Futtermenge anzupassen oder die Entwicklung mit der Tierarztpraxis zu besprechen, statt einfach abzuwarten.

Fressfreude und Übergewicht: das Kernthema beim Labrador

Kaum eine andere Rasse ist so sehr für ihre Begeisterung fürs Fressen bekannt wie der Labrador Retriever. Das ist kein reines Klischee: Eine Studie von Raffan und Kolleginnen (Cell Metabolism, 2016) weist bei einem Teil der Labrador-Population eine genetische Ursache dafür nach – eine Deletion im POMC-Gen, die mit erhöhter Futtermotivation und einem größeren Risiko für Übergewicht in Verbindung gebracht wird. Nicht jeder Labrador trägt diese Genvariante, aber die Rasse insgesamt gilt als überdurchschnittlich futtermotiviert.

Für den Alltag bedeutet das vor allem eines: Der bettelnde, scheinbar immer hungrige Blick eines Labradors ist kein verlässliches Signal für tatsächlichen Futterbedarf. Die benötigte Tagesmenge ändert sich dadurch nicht – nur die Versuchung, mehr zu geben, steigt. Konsequente Portionsführung nach Fütterungstabelle statt nach Gefühl ist deshalb beim Labrador besonders wichtig, und Leckerlis oder Trainingssnacks gehören unbedingt in die Tagesration eingerechnet und nicht zusätzlich obendrauf gegeben. Eine regelmäßige, am besten wöchentliche Kontrolle der Körperkondition hilft, frühzeitig gegenzusteuern, bevor sich Übergewicht aufbaut.

Wie sich eine gute Körperkondition beim Welpen überhaupt erkennen lässt – etwa daran, ob die Rippen sich noch gut ertasten lassen und ob eine Taille sichtbar ist – erklärt der Ratgeber Körperkondition beim Welpen Schritt für Schritt. Gerade beim Labrador lohnt sich dieser Blick regelmäßiger als bei weniger futtermotivierten Rassen, weil sich ein leichtes Übergewicht bei ausgeprägter Fressfreude schneller aufbaut, als es von außen auffällt.

Calcium, Energie und Protein: worauf es bei großen Welpen ankommt

Neben der Futtermotivation gilt für den Labrador dieselbe Wachstumslogik wie für andere große Rassen: Erwachsene Hunde können einen Calciumüberschuss über eine reduzierte Aufnahme im Darm ausgleichen, Welpen großer Rassen können das in der frühen Wachstumsphase noch nicht ausreichend. Nehmen sie dauerhaft zu viel Calcium auf, kann das die geordnete Umwandlung von Knorpel in Knochen stören und das Risiko für Entwicklungsstörungen des Skeletts erhöhen, die unter dem Begriff Developmental Orthopedic Disease (DOD) zusammengefasst werden.

Die FEDIAF-Leitlinien (2024) setzen deshalb für das Wachstum eine klare Calcium-Ober- und -Untergrenze an, die bei großen Rassen enger ausfällt als bei kleinen. Eine Arbeit von Dobenecker (2011, British Journal of Nutrition) ergänzt das um einen weiteren Aspekt: Nicht nur die absolute Calciummenge zählt, sondern auch ein zu weites Calcium-Phosphor-Verhältnis kann DOD-Anzeichen begünstigen, und große Rassen reagieren darauf besonders empfindlich. Für den Labrador-Welpen heißt das praktisch: Ein vollständiges Large-Breed-Welpenfutter deckt Calcium und Phosphor bereits ausgewogen ab – zusätzliches Calcium, etwa über Nahrungsergänzungen „für starke Knochen”, sollte nicht gegeben werden, solange ein komplettes Wachstumsfutter im Napf ist.

Der zweite Hebel ist die Energiedichte: Ein Labrador-Welpe, der zu viel Energie aufnimmt, wächst zu schnell und wird zu schwer, was die noch weichen Gelenke zusätzlich belastet. Ein eher schlankes Heranwachsen mit tastbarer Taille gilt als gesünder als ein besonders rundes Erscheinungsbild. Beim Protein besteht dagegen kein Grund zur Sorge: Die früher verbreitete Annahme, ein hoher Proteingehalt lasse große Welpen zu schnell wachsen, gilt als überholt. Verantwortlich für zu schnelles Wachstum sind überschüssige Energie und überschüssiges Calcium, nicht ein angemessener Proteingehalt – der ist für die Muskel- und Gewebeentwicklung sogar wichtig.

So nutzt du die Richtwert-Tabelle

Die Fütterungstabelle oben auf dieser Seite zeigt Richtwerte für Gewicht, Tagesmenge und Anzahl der Mahlzeiten nach Alter, orientiert an den typischen Wachstumsstufen eines Labrador-Welpen. Sie ersetzt nicht die Angabe auf der jeweiligen Futterpackung, sondern hilft dabei, diese besser einzuordnen und mit dem tatsächlichen Gewicht deines Welpen abzugleichen.

Für eine erste Orientierung zur genauen Tagesmenge kann zusätzlich der Futtermengen-Rechner herangezogen werden. Wie sich die Menge auf die einzelnen Mahlzeiten verteilen lässt und wie sich die Mahlzeitenzahl mit dem Alter verändert, erklärt der Ratgeber Fütterungsmenge & Häufigkeit im Detail. Wichtig bleibt in jedem Fall: Die Herstellerangabe auf der Packung und die Körperkondition deines Welpen gehen immer vor jeder allgemeinen Tabelle – wenn dein Labrador sichtlich zu- oder abnimmt, ist eine Anpassung der Menge sinnvoller als das starre Festhalten an einem Tabellenwert.

Ob du dabei Trocken- oder Nassfutter wählst, spielt für die Wachstumslogik selbst keine Rolle, solange es ein vollständiges Alleinfutter für die Welpenphase ist. In der Praxis lässt sich Trockenfutter oft etwas exakter abwiegen, was bei einem futtermotivierten Labrador ein zusätzliches Argument für konsequente Portionskontrolle sein kann. Manche Halter kombinieren beides – auch das ist möglich, solange die Gesamtmenge und nicht die einzelne Komponente im Blick bleibt.

Welches Welpenfutter für den Labrador – die Empfehlungen im Klartext

Royal Canin Maxi Puppy ist die naheliegende Hauptempfehlung für den Labrador: Es ist als Alleinfuttermittel für große Welpen mit 26 bis 44 kg Endgewicht ausgelegt und wird bis zum 15. Monat gefüttert – der typische Endgewichtsbereich des Labradors von 25 bis 36 kg liegt gut innerhalb dieser Spanne. Ein ehrlicher Kritikpunkt bleibt dabei: Royal Canin deklariert Calcium und Phosphor nicht auf der öffentlichen Produktseite, sodass sich das genaue Ca:P-Verhältnis dort nicht direkt nachlesen lässt.

PRO PLAN Large Robust Puppy Healthy Start ist eine sinnvolle Alternative, insbesondere für kräftig gebaute, robuste Labrador-Welpen. Huhn steht hier als Zutat Nummer eins auf der Deklaration. Auch bei diesem Produkt gilt dieselbe Einschränkung wie bei Royal Canin: Calcium und Phosphor sind auf der öffentlichen Produktseite nicht angegeben. Das ist kein Hinweis auf ein schlechteres Futter, sollte aber ehrlich mitgedacht werden, wenn dir die vollständige Mineralstoff-Deklaration schwarz auf weiß wichtig ist.

Für welches der beiden Produkte du dich entscheidest, hängt letztlich weniger von einem grundlegenden qualitativen Unterschied ab als von Verfügbarkeit, Verträglichkeit für deinen individuellen Welpen und davon, wie wichtig dir eine vollständige Deklarationsangabe ist. Beide sind größenspezifisch auf große Welpen zugeschnitten und folgen der beschriebenen Wachstumslogik.

Unabhängig davon, für welches Produkt du dich entscheidest: Die Packungsangabe des jeweiligen Herstellers bleibt der erste Anhaltspunkt für die Tagesmenge, die Fütterungstabelle oben auf dieser Seite dient zur Einordnung und Plausibilisierung. Wechselst du zwischen den beiden Produkten oder zu einem anderen Large-Breed-Welpenfutter, gilt dieselbe Regel wie bei jedem Futterwechsel: schrittweise umstellen statt abrupt, damit sich die Verdauung deines Labradors anpassen kann.

Wie lange braucht ein Labrador-Welpe Welpenfutter?

Weil große Rassen länger wachsen als kleine, bleibt auch der Labrador länger beim Wachstumsfutter. Als Orientierung gilt eine Umstellung auf Adultfutter erst mit etwa 12 bis 18 Monaten, wenn ungefähr 80 bis 90 Prozent der Endgröße erreicht sind und das Wachstum weitgehend abgeschlossen ist. Das ist deutlich länger als bei kleinen Rassen, die oft schon nach sechs bis acht Monaten auf Erwachsenenfutter wechseln können. Maßgeblich für den genauen Zeitpunkt bleibt immer der individuelle Entwicklungsstand deines Welpen, nicht allein das Kalenderalter – im Zweifel lohnt sich hier der Blick der Tierarztpraxis.

Die Umstellung selbst sollte nicht abrupt erfolgen, sondern schrittweise über sieben bis vierzehn Tage, indem der Anteil des neuen Futters am alten Futter langsam gesteigert wird. So hat die Verdauung Zeit, sich anzupassen. Eine ausführliche Anleitung dazu findest du im Ratgeber Futterwechsel beim Welpen.

Häufige Fehler beim Labrador-Welpen

Zuletzt geprüft: 12.07.2026 · Redaktion WhyFollowExperts. Rassespezifische Fütterungswerte sind Orientierung; die Herstellerangabe auf der Packung und die Körperkondition des Welpen gehen immer vor.

Neu · Interaktiv Unsicher, wie groß dein Labrador wird? Der Futterfinder führt dich in 4 Fragen zur passenden Welpenfutter-Kategorie. Futterfinder starten →

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Häufige Fragen

Warum wird beim Labrador so oft vor Übergewicht gewarnt?

Der Labrador gilt als besonders futtermotiviert; bei vielen (nicht allen) Tieren ist dafür eine genetische Veranlagung nachgewiesen (Deletion im POMC-Gen). Das erhöht das Risiko unbeabsichtigter Überfütterung, insbesondere über Leckerlis und Trainingssnacks.

Braucht der Labrador ein spezielles Gelenkfutter?

Ein reguläres Large-Breed-Welpenfutter mit kontrolliertem Calcium-Phosphor-Verhältnis reicht in der Regel aus. Zusätzliche Gelenk-Supplemente sind ohne tierärztliche Indikation meist nicht notwendig; wichtiger ist, Calcium nicht zusätzlich zu supplementieren.

Wie schütze ich meinen Labrador-Welpen vor Übergewicht?

Portionen nach Fütterungstabelle abmessen statt nach Gefühl, Leckerlis in die Tagesration einrechnen und regelmäßig die Körperkondition prüfen.

Passt Royal Canin Maxi Puppy zu jedem Labrador-Welpen?

Größenmäßig ja: Royal Canin Maxi Puppy ist für Welpen mit 26–44 kg Endgewicht ausgelegt, gefüttert bis zum 15. Monat. Ein Labrador mit typischem Endgewicht von 25–36 kg liegt damit im vorgesehenen Bereich, auch wenn leichtere Hündinnen am unteren Rand der Spanne liegen können.

Wie viel und wie oft sollte ein Labrador-Welpe fressen?

Die genaue Menge hängt von Alter, aktuellem Gewicht und Aktivität ab – die Fütterungstabelle oben auf dieser Seite und der Futtermengen-Rechner geben eine erste Orientierung. Grob gilt: mit vier Mahlzeiten im Welpenalter starten und mit zunehmendem Alter auf zwei Mahlzeiten reduzieren.

Wann sollte ich meinen Labrador-Welpen auf Adultfutter umstellen?

Als große Rasse ist der Labrador meist erst mit etwa 12 bis 18 Monaten so weit, dass sein Wachstum weitgehend abgeschlossen ist. Erst dann ist eine Umstellung auf Adultfutter sinnvoll, und diese sollte schrittweise über sieben bis vierzehn Tage erfolgen.

Ist getreidefreies Futter für den Labrador sinnvoll?

Nicht grundsätzlich. Getreidefrei ist bei großen Rassen wie dem Labrador kein eigener Vorteil – entscheidend sind kontrolliertes Calcium und maßvolle Energie. Getreidefrei ist vor allem bei einer nachgewiesenen Unverträglichkeit relevant.

Nassfutter oder Trockenfutter für den Labrador-Welpen?

Beides ist möglich, solange es sich um ein vollständiges Alleinfutter für das Wachstum handelt. Gerade bei einer futtermotivierten Rasse wie dem Labrador lässt sich Trockenfutter oft etwas exakter portionieren; eine Kombination aus beidem ist ebenfalls verbreitet.

Wie handhabe ich Leckerlis beim futtermotivierten Labrador?

Leckerlis und Trainingssnacks sollten in die Tagesration eingerechnet werden, nicht zusätzlich dazu gegeben werden. Bei einer Rasse mit ausgeprägter Futtermotivation summiert sich sonst schnell unbemerkt zusätzliche Energie, die zu Übergewicht beiträgt.

Royal Canin Maxi Puppy oder PRO PLAN Large Robust Puppy – welches passt besser?

Beide sind größenspezifische Alleinfuttermittel für große Welpen und in der Praxis vertretbare Wahl. Royal Canin Maxi Puppy ist konsequent auf das Endgewicht des Labradors zugeschnitten und bis zum 15. Monat ausgelegt. PRO PLAN Large Robust Puppy richtet sich an große, robust gebaute Welpen mit Huhn als Hauptzutat. Bei beiden Produkten sind Calcium und Phosphor auf der öffentlichen Produktseite nicht deklariert – ein Punkt, den man bei der Wahl ehrlich mitbedenken sollte.

Quellen

Weiterführende Seiten

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